Bitte beachten Sie, dass nur medizinische Fragen zur altersabhängigen Makuladegeneration von unserer Ärztin beantwortet werden können.

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A.Wauligmann
CMÖ nach Katarrakt-OP
Birnhorn, Beitrag vom12.01.2014 15:17
Guten Tag,
vor zwei Jahren wurde am linken Auge eine Katarrakt-Op durchgeführt, die leider durch eine defekte Linse kompliziert verlief (längere OP-Dauer wegen eines direkten Austauschs gegen eine intakte Linse), in deren Folge sich ein CMÖ entwickelte. Nach nunmehr 9 Injektionen mit Avastin ist die Makula nun stabil - zumindest zeigt das OCT keine Veränderungen mehr. Meine Frage: Wie ist es zu erklären, daß ich mit diesem Auge noch leicht gebogene Linien sehe sowie eine minimal Unschärfe (Amsler-Test)? Ich muß dazu sagen, daß ich Typ1-Diabetikerin bin, jedoch ohne nennenswerte Retinopathie. Ist es denkbar, daß die Makula durch das ständige auf- und ab, daß durch die Injektionen entstand, Schaden genommen hat oder ist dies ein ganz normaler Befund?
Vielen Dank und beste Grüße
A.Wauligmann
Antwort der Augenärztin Dr. Daniela Claessens
Beitrag vom13.01.2014 17:14
Guten Tag,
die Ursache für das Sehen gebogener Linien sowie eine minimal Unschärfe (Amsler-Test) kann sein:
trockenes Auge
Linsentrübung
Hornhautverkrümmung
Glaskörpertrübung
ein dünnes Häutchen auf der Netzhaut (“macular pucker/epiretinale Gliose”)
trockene (Drusen) oder feuchte Veränderung (Makulaödem) in der Netzhaut

Wie Sie sehen, kommt eine Fülle von Möglichkeiten in Frage: ein Makulaödem wurde bei Ihnen ja offensichtlich durch die OCT Untersuchung bereits ausgeschlossen.
Der Gedanke, dass die Netzhaut durch immer wiederkehrende Flüssigkeitsansammlung und Abschwellung in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht von der Hand zu weisen.

Die anderen möglichen Ursachen (s.o.) müssten durch eine augenärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Daniela Claessens
A.Wauligmann
Birnhorn Beitrag vom31.01
Birnhorn Beitrag vom31.01.2014 12:03
Sehr geehrte Frau Dr. Claessens,
herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Eigentlich wollte ich einen Untersuchungstermin bei Ihnen machen, als die Sehfähigkeit sich weiter verschlechterte. Ein erneutes OCT ergab nun leider doch wieder leichte Zystenbildung mit Wassereinlagerung, die zunächst mir Nevanac behandelt werden soll, bevor eventuell eine erneute Avastin-Therapie ansteht. Dazu meine Frage: Haben Sie Erfahrungen mit rezidivierendem CMÖ? Ist es möglich, daß sich ein Rezidiv immer wieder zeigt und ich sozusagen lebenslang mit Avastin behandelt werden muß? Ich vermute, daß es auf diese Frage keine eindeutige Antwort geben kann, aber vielleicht haben Sie diesbezüglich einen besseren Überblick.
Ich bedanke mich schon im Voraus von Herzen für Ihre Mühe!
Mit besten Grüßen
A.Wauligmann
Antwort der Augenärztin Dr. Daniela Claessens
Daniela_Claessens, Beitrag vom06.02.2014 18:14
Guten Tag,

das Makulaödem kann tatsächlich wiederholt auftreten und muss in der Regel mit Injektion eines sgn. Anti-VEGF Präparates oder eines Kortisonabkömmlings behandelt werden.
Mit der Spritzenbehandlung haben Sie die Chance, dass dass Makulaödem sich zurückbildet. Die Fälle, bei denen das Ödem wiederkehrt, sind in der Minderzahl.
Für die Behandlung wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen, Daniela Claessens
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