Bitte beachten Sie, dass nur medizinische Fragen zur altersabhängigen Makuladegeneration von unserer Ärztin beantwortet werden können.

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Team AMD-Netz
Gibt es für mich keine Spritzen mehr?
Horst, Beitrag vom 26.09.2012 23:21:
Ich habe auf dem rechten Auge eine feuchte AMD seit etwa 3-4 Jahren und die Sehschärfe liegt zwischen 10 und 20 % Auf dem linken Auge soll eine trockene AMD bestehen, die ich aber nicht bemerke , da meine Sehschärfe dort 100 % beträgt. Bin weder Raucher noch Trinker und nehme alle empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel und fast immer eine Gleitsichtsonnenbrille.Auf dem rechten Auge habe ich 15 Spritzen Lucentis und 3 Spritzen Avastin bekommen. Außerdem wurde etwa 12-13 mal eine Angiografie vorher durchgeführt. Dadurch ist die feuchte AMD ziemlich zum stehen gekommen. Besser wurde es natürlich nicht. Seit über einem Jahr bekomme ich aber keine Spritzen mehr, da die Makula vernarbt sei und ich muß nur alle 3 Monate zum Augenarzt um das gute Auge zu kontrollieren. Meiner Meinung nach ist aber die Sehleistung des rechten Auges schlechter geworden und auch der Blick auf das Amsler-Gitter zeigt mir das. Mir ist bekannt, wie teuer die Behandlung ist, aber ich würde sie auch aus der eigenen Tasche bezahlen. Kann es sein, dass die Kasse nach einer bestimmten Anzahl von Spritzen diese nicht mehr bezahlt? Gibt es auch noch andere Möglichkeiten?
Team AMD-Netz
Antwort unserer Augenärztin
27.09.2012 20:38:
Guten Tag, Horst,

solange eine feuchte Makuladegeneration aktiv ist (d.h. wenn sich weiter Feuchtigkeit unter der Netzhaut sammelt), besteht weiterhin eine Indikation , die Spritzentherapie mit z.B. Lucentis oder Avastin fortzuführen. Nur in den Fällen, in denen die Sehschärfe auf unter 5% abgesunken ist und der Augenarzt eine Therapie nicht mehr für sinnvoll hält, wird die Behandlung abgebrochen. Bei Ihnen ist also wahrscheinlich am rechten Auge die feuchte Komponente nicht mehr nachweisbar, dennoch kann es z.B. durch Ausdehnung des Narbengebietes zu einer weiteren Verschlechterung des Seheindruckes kommen. Sicherheit können hier die Untersuchungen Fluoreszenzangiografie und OCT liefern.
Mit freundlichen Grüßen,
Daniela Claessens
Team AMD-Netz
Weitere Untersuchung per OCT
Horst, Beitrag vom 27.09.2012 23:33:
Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe im Oktober erneut einen Augenarzttermin und werde dort einmal eine OCT-Untersuchung beantragen. Ein solches Gerät ist in der Praxis vorhanden. Leider zahlt die Krankenkasse nicht und so werde ich es wohl selbst bezahlen müssen.

Viele Grüße
Horst
Team AMD-Netz
Antwort unserer Augenärztin
29.09.2012 14:00:
Guten Tag,Horst,

zum Thema “Erstattung der OCT Untersuchung” möchte ich erläutern:

da Lucentis eine Zulassung für die intravitreale Injektion bei feuchter AMD hat, müssen gesetzliche Krankenkassen die Injektion einschließlich Nachbehandlung (also OCT) und diesen Wirkstoff erstatten. Da die ärztliche Leistung bei Operation und Nachsorge jedoch noch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen (sgn. EBM = Einheitlicher Bewertungsmaßstab“) abgebildet ist, gibt es für Sie zwei Möglichkeiten:

1. Wenn der Operateur an einem Vertrag mit Ihrer Krankenkasse
teilnimmt, erhält er über diesen Vertrag von der Kasse das Geld für die OP, die Nachsorge (also OCT) und das Medikament.

2. Wenn der Operateur keinen Vertrag mit der Krankenkasse (z.B. weil
die Kasse keinen Vertrag abschließen will) hat, muß er Ihnen einen Kostenvoranschlag entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) schreiben, den Sie bei Ihrer Krankenkasse vorlegen müssen. In der Regel stimmen die gesetzlichen Krankenkassen diesem zu (eventuell mit einem Versuch, etwas weniger zu erstatten) und übernehmen dann die in Rechnung gestellten Kosten für die OP, die Nachsorge und das Medikament.

Das gleiche Vorgehen gilt auch beim Einsatz von Avastin, Macugen, Ozurdex oder Triamcinolon, wobei diese Medikamente nicht bei allen Indikationen sinnvoll sind und nicht alle Verträge für alle Indikationen und alle Medikamente gelten.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniela Claessens