Bitte beachten Sie, dass nur medizinische Fragen zur altersabhängigen Makuladegeneration von unserer Ärztin beantwortet werden können.

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Pueppchen77
Spritze bei trockener Makula?
Guten Tag,
bei meinem Vater liegt schon seit Jahren eine trockene Makula am rechten Auge vor.
Jetzt war er zur Kontrolle und bei der OCT und da der Arzt sich nicht sicher war, ob nun eine feuchte vorliegt und das
linke Auge nun auch betroffen ist, wurden wir an eine Augenklinik verwiesen.
Dort wurde vor 2 Tagen nochmals eine OCT durchgeführt und eine zusätzliche Untersuchung mit Einspritzung eines Farbstoffes zur deutlicheren Darstellung.
Die Ärztin, vermutlich Assistenzärztin, beim Gespräch sagte dann zuerst, dass rechts wohl eine feuchte Makula vorliege,
und sie auch die Therapie mittels Spritze machen würde und aber links wäre es nicht deutlich erkennbar und sie wolle kurz eine Kollegin befragen- als sie da zurückkam, war die Aussage dann, dass am rechten Auge keine Flüssigkeit drin wäre, dafür aber am linken Auge und dass sie nur dort eine Spritzenkur empfehlen würden. Also komplette gegensätzliche Diagnose und mein Vater hat am linken Auge eig. keinerlei Einschränkungen bemerkt - es war schon immer sein "gutes" Auge.......die Frage stellt sich jetzt halt, wem können, sollen, müssen wir glauben?- was würde denn passieren, wenn er sich jetzt das linke Auge spritzen lässt, wo er keinerlei Einschränkungen bemerkt? und wo es ja auch erst hiess, dass man es nicht gut erkennt und sie dann Rücksprache gehalten hat? oder soll er erst nochmal in 4 Wochen einen nochmalige OCT machen lassen um dann vielleicht mehr Klarheit zu bekommen? bevor man jetzt eine evtl. doch "trockene" Makula mit Spritzen "behandelt"?
Vielen Dank bereits im voraus für Ihre Antwort.
Team AMD-Netz
Injektionsbehandlung
Guten Tag Pueppchen77,
eine Injektion mit dem Anti-VEGF-Wirkstoff zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration schadet erst einmal nicht. Dennoch gilt hier wie bei allen Eingriffen das Risiko von Nebenwirkungen und/oder Entzündungen.
Wenn tatsächlich eine feuchte Makuladegeneration vorliegt, sollte kurzfristig mit der Therapie begonnen werden.
Es ist üblich und gut, sich bei Unsicherheiten bzgl. der Diagnose auf ärztlicher Seite eine Zweitmeinung eines erfahrenen Arztes zu holen. Dies hat die Ärztin offensichtlich während des Termins getan.
Bei Unsicherheit können Sie den Dienst "Augenrat" unter https://www.augenrat.de/ in Anspruch nehmen oder sich eine Zweitmeinung bei einem anderen Augenarzt holen. Bitte lassen Sie sich dazu von Ihrer Augenärztin die Bilder geben, die während der Diagnosestellung gemacht wurden. Sprechen Sie mit der Praxis, ob Sie einen USB-Stick mitbringen sollen. Zur Sicherung der Daten ist es üblich, dass Praxen auf einem neuen originalverpackten USB-Stick bestehen, um die Computersysteme vor Schadsoftware zu schützen.
Wir wünschen Ihnen alles Gute!
Andrea Wauligmann
Team AMD-Netz
Pueppchen77
nochmalige Nachfrage
...vielen Dank erst einmal für Ihre Antwort.....hab ich das jetzt richtig verstanden, eine Spritzenbehandlung in seinem linken Auge, angenommen, dort läge wirklich doch nur eine "trockene" vor, würde also nichts "ausmachen"? (ausser es käme zu den Nebenwirkungen die immer bei solchen Eingriffen leider sein können)?
Zu nochmal einem anderen Augenarzt geht mein Vater eher nicht mehr, da es ja schon die zweite Stelle ist und er immer mich als Fahrer benötigt und Ihm das eh schon immer unangenehm ist.........
A.Wauligmann
Zweitmeinung
Sollte tatsächlich eine feuchte Form der Makuladegenration vorliegen, so ist es leider nicht mit einer Injektion getan. Es ist wichtig, hier regelmäßig die Therapie durchzuführen. Je nach Ausprägung und Medikation werden zunächst 3 Injektionen in einem Abstand von je 4 Wochen verabreicht. Anschließend sind regelmäßige Kontrollen und bei Bedarf Injektionen unverzichtbar. Wir empfehlen, in der Augenklinik nachzufragen, ob es die Möglichkeit für Fahrgemeinschaften gibt.
Der Dienst "Augenrat" bietet sich für eine Zweitmeinung an, da dort erfahrene Augenärzte ausschließlich die vom örtlichen Augenarzt erfaßten Befunde prüfen und anhand der übermittelten Bilder sagen können, ob eine behandlungsbedürftige Makuladegeneration vorliegt. Es findet keine erneute Untersuchung statt, so dass für Ihren Vater hier kein erneuter Fahrtaufwand entsteht.

Nochmal möchte ich den Hinweis geben, dass die untersuchende Ärztin bereits Rücksprache bzgl. der Bewertung gehalten hat. Wenn Sie mit Ihrem Vater zur Injektion fahren, können Sie sich vom behandelnden Arzt zeigen lassen, wie er in den Bildern die feuchte Form diagnostiziert. Wie die verschiedenen Formen aussehen, können Sie sich an Beispielbildern auf unserer Website unter https://www.amd-netz.de/makuladegeneration/untersuchungen#oct ansehen.

Team AMD-Netz