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DOC 2022: Erste Medikamente gegen trockene AMD erfolgreich in Phase-III-Studien

Es gibt neue Hoffnung für Menschen mit trockener AMD. Dies war eine der wichtigsten Mitteilungen, die DOC-Präsident Dr. Armin ¬Scharrer und Dr. Thomas Fröhlich während der Kongress-Pressekonferenz machen konnten. Zugleich aber wurde vor allzu großem Optimismus gewarnt.

Geschätzte 400.000 Menschen sind in Deutschland von der trockenen Form der AMD betroffen. Derzeit werden weltweit verschiedene Wirkstoffe und Techniken untersucht. Dazu gehören Anti­kör­per­prä­pa­rate, neuroprotektive Substanzen, Gentherapien, Stamm­zell­ver­fah­ren und Trans­plan­ta­ti­o­nen von Netzhautgewebe.

Als besonders aussichtsreich, so betonte Fröhlich, hätten sich bisher zwei in das Kom­ple­ment­sys­tem eingreifende Wirkstoffe her­aus­kris­tal­li­siert: Pegcetacoplan (APL-2) und Avacincaptad pegol. Diese hemmen den Kom­ple­ment­fak­tor C3 respektive C5 und sind gegen eine bestimmte Form der trockenen AMD gerichtet, die geographische Atrophie (GA). Die bisherigen Daten der Phase-III-Studien zu diesen Wirkstoffen (OAKS bzw. GATHER II) wurden als “viel­ver­spre­chend” bezeichnet, denn: Je nach Dosierung und Häufigkeit der Anwendung sei das Wachstum der Atrophiezone um etwa 16 bis 22 beziehungsweise um 28 Prozent reduziert worden.

Allerdings, so schränkte Fröhlich ein, seien während der laufenden Studien zu APL-2 bei bestimmten Pati­en­ten­grup­pen auch Nebenwirkungen festgestellt worden, wie das Risiko der Konversion in eine feuchte AMD. Hier müsse noch geklärt werden, ob dies medi­ka­men­ten­in­du­ziert oder der natürliche Erkran­kungs­ver­lauf sei.

Diese neuen Medikamente könnten das Fortschreiten der GA nur verlangsamen, nicht aber verhindern. Dennoch sei bemerkenswert, dass erstmals in Phase-III-Studien zu Medikamenten gegen die trockene AMD positive Ergebnisse hätten erreicht werden können.

Scharrer verglich die aktuelle Situation vorsichtig mit dem Jahr 2006, als erste Mittel gegen die feuchte AMD verfügbar wurden und ergänzte, dass die FDA Anfang Juni für APL-2 ein beschleunigtes Zulas­sungs­ver­fah­ren eingeleitet hätte. Vieles spräche nun dafür, dass dieser Wirkstoff bald von der FDA und dann vielleicht sechs Monate später auch von der EMA zugelassen werde.

Quellen: DOC

biermann-medizin.de vom 24.06.2022

https://biermann-medizin.de/doc-2022-erste-medikamente-gegen-trockene-amd-erfolgreich-in-phase-iii-studien/

 

Datum: 
Dienstag 05. Juli 2022, 10:07
Kategorien: 
Erkrankung