Neue Podcast-Folge:
"AMD und Grauer Star - was muss ich beachten?" - 
Interview mit Augenarzt Dr. Jörg M. Koch

Hören Sie gerne einmal rein!

weiterlesen

Die Vorlese-Funktion ist auf Grund Ihrer Datenschutz-Einstellungen deaktiviert.

Haus­halts­ge­räte für alle Menschen

Haus­halts­ge­räte gibt es für alles Mögliche und in verschiedenen Farben und Formen. Nur barrierefrei gibt es sie selten. Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, startet deshalb der Zusammenschluss "Home designed for all": Die Blinden- und Seh­behinderten­verbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz machen gemeinsam darauf aufmerksam, dass Menschen mit Seh­ein­schränk­ung durch Touchpads an Herd und Backofen und andere Barrieren vor große Probleme gestellt werden. Dafür hat der Zusammenschluss u. a. einen Erklärfilm veröffentlicht.

Die technologische Entwicklung verändert die Handhabung und Nutzung moderner Haus­halts­ge­räte massiv. Dreh- und Kippschalter werden durch Touchscreens oder Sensor-Tasten ersetzt. Die Menüführung ist oft komplex und unüber­sicht­lich. Das führt für blinde und sehbehinderte Menschen zu massiven Problemen bei der Handhabung von Haus­halts­ge­räten und manchmal zu unüber­wind­ba­ren Barrieren.

Eine große Zahl an potenziellen Kundinnen und Kunden kann viele der aktuell auf dem Markt erhältlichen Haus­halts­ge­räte nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Grundsätzlich betroffen sind allein in der EU rund 80 Millionen Menschen mit unter­schied­lichen Formen von Behinderungen. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Menschen, welche aus alter­ss­pe­zi­fi­schen Gründen zunehmend Probleme mit Haus­halts­ge­räten hat.

Der Deutsche Blinden- und Seh­behinderten­verband (DBSV), der Blinden- und Seh­behinderten­verband Österreich (BSVÖ), der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen (SZBLIND) und der Schweizerische Blinden- und Seh­behinderten­verband (SBV) haben sich deshalb zusam­men­ge­schlos­sen, um das Anliegen barrierefreier Haus­halts­ge­räte gemeinsam voranzubringen.

In einem Erklärfilm stellen sie laientauglich dar, wo das Problem fehlender Barriere­freiheit liegt und dass dieses Problem lösbar ist. Voraussetzung dafür, dass alle Menschen im Haushalt zurechtkommen, ist ein "Design for All". Dazu gehört, dass Hersteller von Haus­halts­ge­räten konsequent das Mehr-Sinne-Prinzip beachten und die barrierefreie Information über ihre Geräte einplanen.

Das Mehr-Sinne-Prinzip ist ein Grundsatz der Barriere­freiheit. Bei Haus­halt­ge­rä­ten gibt es vor, dass die Bedienung über mindestens zwei Sinne - Sehen, Hören oder Fühlen - möglich sein muss. Nur wenn Haus­halts­ge­räte Barrierefrei bedienbar sind, können blinde und sehbehinderte Menschen am technischen Fortschritt teilhaben.

Der Zusammenschluss deutsch­spra­chi­ger Blinden- und Seh­behinderten­verbände "Home designed for all" bietet Herstellern Beratung und sensibilisiert sie für die Barriere­freiheit von Haus­halts­ge­räten. Am Vortag des Europäischen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung weisen die Organisationen darauf hin, dass Inklusion im eigenen Haushalt beginnt, bei der Zugänglichkeit der Haus­halts­ge­räte, die uns umgeben.

Den Erklärfilm und weitere Informationen finden Sie unter: www.home-designed-for-all.org

Treffen Sie die Initiative "Home designed for all" auch auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vom 3. bis zum 6. September 2022 in Berlin.

Quelle: Newsletter "dbsv-direkt", Redaktion Andreas Bethke

Datum: 
Freitag 06. Mai 2022, 11:05
Kategorien: 
allg. Informationen