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Bündnis fordert sichere E-Fahrzeuge von der Autoindustrie

Berlin/Frankfurt, 10. September 2019. Lautlose Elektro­fahr­zeuge stellen für Fuß­gän­ge­rin­nen und Fußgänger wie auch für Radfahrende eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Ver­bren­nungs­mo­tor. Deshalb fordern der Deutsche Blinden- und Seh­behinderten­verband (DBSV) und seine Bündnispartner anlässlich der Internationalen Auto­mo­bil­ausstel­lung (IAA) von den Auto­mo­bil­her­stel­lern den sofortigen serienmäßigen Einbau eines Warngeräusches („Acoustic Vehicle Alerting System“, kurz AVAS) in alle Elektro­fahr­zeuge.

Die diesjährige IAA ist für die Auto­mo­bil­her­stel­ler eine Bühne, auf der zahlreiche Hybrid- und Elektro­fahr­zeuge vor einem Mil­li­o­nen­pu­bli­kum ihre Premiere haben werden. Diese neuen Fahrzeugmodelle müssen laut EU-Verordnung bereits über ein AVAS verfügen. Ab Juli 2021 müssen dann alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektro­fahr­zeuge, also auch die aus älteren Modellreihen, ein Warngeräusch abgeben. Der derzeit noch weit verbreitete Pausenschalter, mit dem das Warngeräusch abgestellt werden kann, wird ab September 2023 für alle neuen Fahrzeuge verboten sein.

Jedes Fahrzeug, das bereits ohne AVAS auf den Straßen fährt oder das vor Juli 2021 ohne Warngeräusch auf die Straßen kommt, stellt jedoch ein Ver­kehrs­si­cher­heits­ri­siko dar. Gefährdet sind nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit Mobi­li­täts­einschrän­kun­gen oder einer geistigen Beein­träch­ti­gung, für Kinder, Radfahrende, ältere und unaufmerksame Ver­kehrs­teil­neh­mende besteht ein Sicher­heits­ri­siko. Im Interesse der Sicherheit aller Ver­kehrs­teil­neh­me­rin­nen und Ver­kehrs­teil­neh­mer fordern deshalb der DBSV und seine Bündnispartner von den Auto­mo­bil­her­stel­lern:

  • Alle Hybrid- und Elektro­fahr­zeuge sollten bereits jetzt serienmäßig mit einem AVAS-System ohne Pausenschalter ausgestattet werden.
  • Das Nachrüsten aller Hybrid- und Elektro­fahr­zeuge, die ohne ein AVAS zugelassen wurden, sollte technisch ermöglicht werden.

Breites Bündnis für mehr Sicherheit auf den Straßen

Auf Initiative des DBSV haben sich acht Verbände und der Deutsche Ver­kehrs­si­cher­heits­rat zusam­men­ge­schlos­sen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektro­fahr­zeuge.

Zum Bündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die BAGSO – Bun­des­a­r­beits­ge­mein­schaft der Senioren-Organisationen, die Bun­des­ver­ei­ni­gung Lebenshilfe, der Deutsche Blinden- und Seh­behinderten­verband (DBSV), der Deutsche Ver­kehrs­si­cher­heits­rat, der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.), die Inter­es­sen­ver­tre­tung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Sozialverband VdK Deutschland.

Weitere Informationen unter https://www.dbsv.org/emobi.html

Gemeinsame Pres­se­mit­tei­lung zum Start der IAA (12. September) von

  • ADFC – Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V.
  • BAGSO – Bun­des­a­r­beits­ge­mein­schaft der Senioren-Organisationen e.V.
  • Bun­des­ver­ei­ni­gung Lebenshilfe e.V.
  • Deutscher Blinden- und Seh­behinderten­verband e.V. (DBSV)
  • Deutscher Ver­kehrs­si­cher­heits­rat
  • FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
  • Inter­es­sen­ver­tre­tung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL)
  • SoVD – Sozialverband Deutschland e.V.
  • Sozialverband VdK Deutschland

Quelle: Deutscher Blinden- und Seh­behinderten­verband e. V., Pressesprecher Volker Lenk

Datum: 
Dienstag 10. September 2019, 12:09
Kategorien: 
Recht und Urteile