Junius-Kuhnt-Award: Klaus Rohrschneider für Arbeiten zur Rehabilitation bei AMD ausgezeichnet

Prof. Klaus Rohrschneider vom Universitätsklinikum Heidelberg erhielt anlässlich des 16. Makula Update den von Novartis gestifteten und von der Universität Bonn verliehenen Junius-Kuhnt-Award.

„Klaus Rohrschneider ist seit vielen Jahren im Bereich der Ophthalmologischen Rehabilitation tätig. Mit seiner Arbeit setzt er die Herstellung der Lesefähigkeit als elementares Bedürfnis des Menschen in den Fokus und legt somit großen Wert auf die Lebensqualität sehbehinderter Patienten“, betonte Prof. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, in seiner Laudatio.

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln bei hochgradig Sehbehinderten zählt Rohrschneider in der heutigen Zeit der Digitalisierung Bildschirmlesegeräte und elektronische Sehhilfen sowie Smartphones und Tablets. Sie dienen als vergrößernde Sehhilfen oder auch als Vorlesegeräte. „Das Lesen schadet dem Auge nicht. Dem älteren Sehbehinderten, der eher zu einer ‚Sehschonung‘ neigt, kann dies nicht oft genug erklärt werden. Den Sehbehinderten muss bewusst werden, dass durch regelmäßiges Lesen der vorhandene Sehrest besser ausgenutzt wird und sich das funktionale Sehen verbessert“, erklärte Rohrschneider in seiner Junius-Kuhnt-Lecture. Die Rehabilitation bei AMD fordere einen gesteigerten Versorgungsbedarf durch Augenärzte, der in den Augen von Rohrschneider zu gering honoriert werde, was eine fehlende Motivation und auch fehlendes Fachwissen zur Folge habe. An die Fachkreise und die Politik gerichtet, macht sich Rohrschneider deshalb für eine Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit stark, um zusätzliche Kompetenzen anderer Fachgebiete auszuschöpfen.

Rohrschneider ist Sektionsleiter der Ophthalmologischen Rehabilitation am Universitätsklinikum Heidelberg, Landesarzt für Sehbehinderte und Blinde in Baden-Württemberg sowie Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ophthalmologie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Als Mitglied des Arbeitskreises „Klinische Fragen“ (AKF) berät er im Hinblick auf Therapien und Therapieversuche sowie in der medizinischen Betreuung von Patienten mit Netzhautdystrophien und Makuladegenerationen.

Rekordteilnehmerzahl auf dem 16. Makula Update

Der Schwerpunkt des 16. Makula Update lag auf den Themen medizinische Innovationen von aktuellen Therapieoptionen bis hin zu neuen Chancen durch digitale Entwicklungen in der Augenheilkunde. Mit über 800 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Ihnen wurde in knapp zwei Tagen im Kongresszentrum Leipzig ein umfangreiches Programm mit über 30 Vorträgen, mehreren Fallbesprechungen und zwei Workshops geboten. Der Fokus der wissenschaftlichen Beiträge lag in diesem Jahr verstärkt auf Fallbesprechungen, um den Praxisbezug und somit auch die Patientenversorgung im Alltag zu stärken und die wissenschaftliche Diskussion rund um klassische IVOM-Themen greifbarer zu machen. Bis zu 16 CME-Punkte konnten an den beiden Fortbildungs-Tagen des Makula Update erreicht werden.

Über den Junius-Kuhnt-Award

Die Vergabe des mit 5000 Euro dotierten Junius-Kuhnt-Award würdigt seit 2007 herausragende Persönlichkeiten, die mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt auf dem Gebiet der AMD beigetragen haben. Der Award wird gemeinsam von der Universitäts-Augenklinik Bonn und Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, jährlich im Rahmen des Makula Update verliehen.

Benannt ist der Award nach den Ophthalmologen Prof. Paul Junius und Prof. Hermann Kuhnt, die beide unter anderem an der Universitäts-Augenklinik Bonn tätig waren. Gemeinsam veröffentlichten die beiden Augenärzte 1926 die Monographie „Die Scheibenförmige Entartung Der Netzhautmitte“, in der erstmals das Endstadium der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration vorgestellt wird. Nach der Erstbeschreibung der feuchten AMD durch Michel (1878) gilt diese Arbeit noch heute als richtungsweisend.

Quelle: biermann-medizin.de

Datum: 
Dienstag 11. Juni 2019, 15:06
Kategorien: 
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veröffentlicht am Dienstag, 11.06.2019 von Gabi Reißberg