Zu Fuß unterwegs sein

Lesen Sie hier wichtige Informationen zur sicheren Teilnahme und zur Kennzeichnung von seheingeschränkten Menschen im Straßenverkehr.

Inhalt

Schulung in Orientierung und Mobilität

Für sehbehinderte und blinde Menschen wird die Schulung in Orientierung und Mobilität (O&M) angeboten. Hierbei lernen Teilnehmer im Einzelunterricht, wie Sie sich im Straßenverkehr verhalten und ihre Wege selbstständig meistern. Die Kosten werden je nach Seheinschränkung von den Krankenkassen übernommen.

Lesen Sie hier alles zur Schulung O&M

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Ampelanlagen mit Blindensignal

gelber Schaltkasten mit Knopf am Ampelmast wird gedrückt.Viele Ampeln verfügen bereits über Blindensignale. Durch bestimmte Töne machen Sie blinde und sehbehinderte Menschen auf die grüne Phase aufmerksam. Bei vielen dieser Ampeln muss das Signal mit der Hand an einem kleinen Knopf eingeschaltet werden.

Lesen Sie hier alles zu Ampelanlagen mit Blindensignal.

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Kennzeichnung im Straßenverkehr

4 Buttons: 3 mit dem Blindenabzeichen 3 schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund, eines mit einem weißen Männchen und weißem Stock auf blauem Hintergrund.Als sehbehinderter oder blinder Mensch sind Sie im Straßenverkehr einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Aus diesem Grund gibt es die Kennzeichnung als sehbehinderter oder blinder Mensch, die Sie in Ihrem eigenen Interesse nutzen sollten. Diese hilft anderen Verkehrsteilnehmern Ihr Verhalten einzuschätzen und schützt Sie bei Unfällen vor einer Mitschuld.

Lesen sie hier alles zur Kennzeichnung im Straßenverkehr.

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Hilfreiche Tipps für den Alltag

  • Anstecker mit drei schwarzen Punkten auf gelbem Untergrund oder mit einem weißen Stockmännchen auf blauem Grund (Europäisches Blindenabzeichen) sind keine Verkehrsschutzzeichen. Sie können von Autofahrern aus der Ferne nicht erkannt werden. Diese Abzeichen sind aber im direkten Umgang mit anderen Menschen hilfreich: So erkennt der Busfahrer, warum man die Buslinie erfragt, oder der Verkäufer, warum man ihn um Hilfe bittet.
  • Auch wenn man keinen Blindenstock (gemeint ist der weiße Langstock) nutzt, um den Weg abzutasten, sollte man als seheingeschränkter Mensch einen weißen Gehstock bei sich tragen. Dieser erhöht die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer und hilft z. B. dabei, Bordsteinkanten, Stufen oder die Ausstiegshöhe aus dem Bus zu ertasten.
  • Seheingeschränkte Nutzer eines Rollators können an allen Seiten des Rollators Hinweise auf die Seheinschränkung anbringen lassen. Im Versandhandel sind gelbe Winker mit drei schwarzen Punkten aus Kunststoff erhältlich, die sich dazu gut eignen.
  • Das sichere Verhalten im Straßenverkehr wird in einer Schulung in Orientierung und Mobilität vermittelt. Auch wenn keine ausführliche Schulung mit einem Blindenlangstock benötigt wird, so kann es hilfreich sein, mit einem Rehabilitationslehrer bestimmte Strecken zu trainieren, um das Queren von Straßen, das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel und das sichere Bewegen im Straßenverkehr zu üben.
  • Bewegen sich seheingeschränkte oder blinde Menschen in sehender Begleitung im Straßenverkehr, ist eine Kennzeichnung nicht nötig, aber trotzdem sinnvoll.
  • Informationen zum Erwerb der Kennzeichnungen erhalten Sie bei den örtlichen Sehbehinderten- und Blindenverbänden oder unter der Hotline 01805 / 774 778.

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Blindenführhund

Blindenführhunde sind speziell ausgebildete Assistenzhunde, die zur Verbesserung der Mobilität blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen eingesetzt werden. Sie ermöglichen ein hohes Maß an individueller Bewegungsfreiheit, Sicherheit und Unabhängigkeit. Zudem können sich blinde und sehbehinderte Menschen mit Blindenführhunden in vertrauter und auch in fremder Umgebung gefahrlos orientieren.

Hier können sie mehr über Blindenführhunde, Voraussetzungen und Kostenübernahme erfahren.

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Fahrerlaubnisverordnung

Im Folgenden finden Sie den Auszug aus der Fahrerlaubnisverordnung. Das ist der Gesetzestext in Deutschland, der Rechte und Pflichten von sehbehinderten Menschen im Verkehr regelt sowie weitere Hinweise liefert.

§ 2 Eingeschränkte Zulassung

(1) Wer sich infolge körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht sicher im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen, wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet. Die Pflicht zur Vorsorge, [...] durch Begleitung oder durch das Tragen von Abzeichen oder Kennzeichen, obliegt dem Verkehrsteilnehmer selbst oder einem für ihn Verantwortlichen.

(2) Körperlich Behinderte können ihre Behinderung durch gelbe Armbinden an beiden Armen oder andere geeignete, deutlich sichtbare, gelbe Abzeichen mit drei schwarzen Punkten kenntlich machen. Die Abzeichen dürfen nicht an Fahrzeugen angebracht werden. Wesentlich sehbehinderte Fußgänger können ihre Behinderung durch einen weißen Blindenstock, die Begleitung durch einen Blindenhund im weißen Führgeschirr und gelbe Abzeichen nach Satz 1 kenntlich machen.

(3) Andere Verkehrsteilnehmer dürfen die in Absatz 2 genannten Kennzeichen im Straßenverkehr nicht verwenden.

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veröffentlicht am Freitag, 06.04.2018 von Ursula Witt

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