Neue Podcast-Folge:
"AMD und Grauer Star - was muss ich beachten?" - 
Interview mit Augenarzt Dr. Jörg M. Koch

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Schu­lung in Ori­en­tie­rung und Mo­bi­li­tät (O&M)

Auch kurze Wege können mit Seh­ein­schränkungen zum Problem werden, z. B.:

  • Wege in der eigenen Wohnung zurücklegen
  • Treppen bewältigen
  • Eine Straße überqueren
  • Ampeln als Über­que­rungs­hilfe nutzen
  • In einen Bus einsteigen

In einer Schulung in Orientierung und Mobilität lernen sehbehinderte und blinde Menschen, sich im häuslichen Bereich und im Straßenverkehr wieder selbstständig und sicher fortzubewegen.

Inhalte der Schulung

  • Den sogenannten „Blin­den­lang­stock“ nutzen: Der weiße Langstock ist ein Hilfsmittel, das dem Betroffenen stets einen Schritt voraus ist und somit Hindernisse, Ori­en­tie­rungs­punkte und Gefahren anzeigt (z. B. Bordsteinkanten, Treppen, Absperrungen)
  • Ver­kehrs­ab­läufe erkennen und beurteilen
  • Die verbleibenden Sinne schulen
  • Sehbehinderte Schu­lungs­teil­neh­mer üben zusätzlich die optimale Ausnutzung des noch vorhandenen Sehvermögens. Dazu probieren sie in der Schulung unter professioneller Anleitung den Umgang mit optischen Hilfsmitteln wie z. B. Monokular, Lupe und Kan­ten­fil­ter­glä­sern.

Die Schu­lungs­in­halte richten sich individuell nach den Bedürfnissen, Fähigkeiten und persönlichen Ziel­vor­stel­lun­gen des Schu­lungs­teil­neh­mers. Vor Beginn der Schulung werden die Inhalte und die vor­aus­sicht­li­che Dauer der Schulung in einem Gespräch mit dem Reha­bi­li­ta­ti­ons­leh­rer abgeklärt.

Die Schulung wird stets im Ein­zel­un­ter­richt von qualifizierten und anerkannten Reha­bi­li­ta­ti­ons­leh­rern durchgeführt. Die Qualifikation haben sie in einer blinden- und seh­be­hin­der­ten­päd­ago­gi­schen Zusatz­aus­bil­dung erworben.

Selbsttest aufgrund der Sehfähigkeit

Diese Fragen können helfen, den Bedarf für eine Schulung in Orientierung und Mobilität zu erkennen.

  • Bin ich im Straßenverkehr als Fußgänger sehr angespannt? ja / nein
  • Erkenne ich Hindernisse erst spät? ja / nein
  • Bewege ich mich bei Dunkelheit ungern außerhalb der Wohnung? ja / nein
  • Fühle ich mich beim Treppensteigen unsicher? ja / nein
  • Bin ich oft stark geblendet? ja / nein
  • Fühle ich mich bei Stra­ßen­über­que­run­gen manchmal unbehaglich? ja / nein
  • Kann ich die Ampel auf der gegen­über­lie­gen­den Seite schlecht erkennen? ja / nein
  • Gehe ich nur ungern ohne Begleitung aus dem Haus? ja / nein
  • Kann ich meinen Bus unter mehreren Buslinien an der Haltestelle erkennen? ja / nein
  • Finde ich mich in öffentlichen Gebäuden schlecht zurecht? ja / nein

Auswertung:

1 bis 2 mal ja: Sie sollten darauf achten, ob sich Ihre Probleme weiter verstärken oder neue kritische Situationen hinzukommen. Es kann sich lohnen, Ihren Bedarf in einem Gespräch genauer zu klären.

3 bis 5 mal ja: Ihre Bewe­gungs­frei­heit ist eingeschränkt. Ein Gespräch mit einem Rehalehrer wird empfohlen.

Mehr als 5 mal ja: Ihre Selbst­ständig­keit ist stark eingeschränkt. Der Zeitpunkt zum Handeln ist gekommen. Ein Infor­ma­ti­ons­ge­spräch mit einem Rehalehrer wird dringend empfohlen!

Hinweis: Der Selbsttest ist zuerst erschienen im Servicebuch Auge. Erstellt von Oliver Simon, Reha­bi­li­ta­ti­ons­leh­rer für Blinde und Sehbehinderte in Hamburg.

Kosten­über­nahme

Gesetzlich Versicherte haben einen Rechtsanspruch auf Kosten­über­nahme durch die Krankenkasse. Der Augenarzt stellt ein Rezept für zwei Langstöcke und für die Schulung in Orientierung und Mobilität mit Diagnose aus. Dieses Rezept wird zusammen mit dem Kos­ten­vor­an­schlag des Reha­bi­li­ta­ti­ons­leh­rers bei der Krankenkasse eingereicht. Je nach individueller Situation können auch andere Kostenträger zuständig sein. In Frage kommen die Sozi­al­hil­fe­trä­ger, Rententräger, die Agentur für Arbeit, sowie die Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten.

Nähere Informationen zur Schulung in Orientierung und Mobilität erhalten Sie unter www.rehalehrer.de

Hier finden Sie die Hörversion eines Artikels des AMD-Netz im Magazin Augenlicht Ausgabe 3/2016 zum Thema Orientierung & Mobilität: Orientierung & Mobilität

Themen

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und hält sich ein Telefon ans Ohr. Sie lächelt freundlich in die Kamera.

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