Online-Veranstaltung für AMD-Patienten und ihre Angehörigen

Am 20. Oktober 2022 findet um 17.00 Uhr unsere nächste Zoom­ver­an­stal­tung statt, diesmal zum Thema "AMD - Risikofaktoren und Prävention".

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Licht und Beleuchtung

Ohne Licht funktioniert das Sehen nicht. Erst durch den Einfall des Lichts in das Auge können wir unsere Umwelt wahrnehmen. Zugleich kann sich Licht auf unser Wohlbefinden und die Konzentration auswirken. Eine gute Beleuchtung kann die Sehleistung erheblich verbessern. Gerade wenn vergrößernde Sehhilfen benutzt werden, kann eine gute Beleuchtung den Ver­grö­ße­rungs­be­darf reduzieren. Die Auswahl der Beleuchtung muss individuell auf den Bedarf des Betroffenen angepasst werden. Bei der Beleuchtung der Wohnung kommt es nicht nur darauf an, Lampen an den richtigen Stellen anzubringen, sondern auch die passende Beleuch­tungs­stärke und Lichtfarbe auszuwählen.

Tipps für eine gute Beleuchtung

Auf einige Dinge sollte man achten:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Helligkeit. Nutzen Sie dazu mehrere Lichtquellen, die Sie flexibel auf einzelne Bereiche einstellen können.
  • Leuchten Sie den Raum gleichmäßig aus, statt nur einige Lichtinseln zu schaffen.
  • Durch eine Kombination aus mehreren unterschiedlich hellen oder dimmbaren Lampen können Sie Blendung vermeiden.
  • Indirektes Licht ist hilfreich, also Lichtquellen, die Decken und Wände anstrahlen. Das Licht wird reflektiert und damit gestreut. Helle weiße Wände und Zimmerdecken reflektieren Licht besser.
  • Am Arbeits- bzw. Leseplatz sollte die Leuchte möglichst nah am Lesegut sein, da die Beleuch­tungs­stärke umso größer ist, je näher sich die Lichtquelle an der zu beleuchtenden Fläche befindet.
  • Installieren Sie Bewegungsmelder im Flur, die Lampen automatisch anschalten, wenn Sie vorbeigehen. Steck­do­sen­lich­ter oder Nachtlichter mit dieser Automatik sorgen für Sicherheit im Dunkeln. Ein Lichtschlauch unter dem Handlauf der Treppe beleuchtet die Stufen, ohne zu blenden.
  • In der Küche kann eine Beleuchtung über den verschiedenen Arbeits­be­rei­chen sehr hilfreich sein. Beleuchten Sie z. B. Herd, Spüle und Arbeitsfläche separat. Dies kann durch Wandleuchten oder Unter­bau­leuch­ten ermöglicht werden. Denkbar sind auch LED-Lichtschläuche, die aufgeklebt und mit Batterien betrieben werden können.
  • Statten Sie Klei­der­schränke mit Beleuchtung aus, z. B. mit speziellen Schrankleuchten, selbstklebenden LED-Bändern mit Bat­te­rie­ver­sor­gung oder Bilderleuchten.
  • Statten Sie Fenster mit Innen-Jalousien aus, statt bei Sonnenschein die Rolladen her­un­ter­zu­las­sen und im Halbdunkel zu sitzen. Sogenannte Plissees lassen sich an viele Fensterformen anpassen und sehr variabel auf die individuellen Licht­be­dürf­nisse einstellen. 

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Beleuch­tungs­stärken

Die Beleuch­tungs­stärke misst man in Lux (lx). Dieser Wert beschreibt die Lichtleistung, die von einer Lampe abgestrahlt wird und auf die beleuchtete Fläche trifft. Die Lichtleistung nimmt ab, je weiter die Lampe von der beleuchteten Fläche entfernt ist. Normalsichtige Menschen benötigen 2000 – 3000 lx, um bei normalen Kontrasten die volle Sehschärfe zu entwickeln. Kinder benötigen weniger Lichtleistung. Je älter ein Mensch wird, umso größer wird die benötigte Lichtleistung, um die volle Sehschärfe zu entwickeln.

Da der Abstand der Lichtquelle zur beleuchteten Fläche nicht zu groß sein sollte, um die optimale Beleuchtung zu erhalten, benötigt man Lampen nahe am Arbeitsplatz bzw. am Lesegut. Wählen Sie deshalb am besten Leuchtmittel, die nicht zu heiß werden. Halogenleuchten oder herkömmliche Glühbirnen entwickeln z. B. große Hitze, während LED-Lampen auch bei hoher Beleuch­tungs­stärke nicht warm werden.

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Lichtfarben

Bei einem Leuchtmittel kommt es nicht nur darauf an, wie hell das Licht ist, das es hervorbringt. Auch die Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur ist ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der richtigen Beleuchtung. Auf Glühbirnen-Verpackungen steht oft, dass die Lampen „warmweißes“ oder „tages­licht­wei­ßes“ Licht produzieren. Diese Angaben beschreiben die Lichtfarbe. Damit ist die Eigenfarbe des Lichts gemeint. Sie wird durch den Wert der Farbtemperatur bestimmt, die in Kelvin (K) gemessen wird.

Je niedriger die Farbtemperatur ist (je geringer also die Kelvinzahl), desto höher ist der Rotanteil im Licht. Dadurch wirkt es gelblicher und insgesamt wärmer. Warmweiße Lampen (2700 bis 3300 Kelvin) empfinden wir deshalb als gemütlich und behaglich. Mit steigender Farbtemperatur steigt auch der Blauanteil im Licht und es erscheint weißer.

Glühlampen haben eine Farbtemperatur von ca. 3000 K, bei Leucht­stoff­lam­pen liegt die Farbtemperatur zwischen 2700 K und 6500 K. Relativ neu auf dem Markt sind Leucht­stoff­lam­pen, deren Licht der Farbtemperatur des Tageslichts sehr ähnlich ist. Man bezeichnet es dementsprechend als „tageslichtweiß“. Dieser Effekt wird ab einem Wert von 5300 K erreicht. Tageslicht hat eine Farbtemperatur von ca. 5800 K.

Aufgrund ihres sparsamen Ener­gie­ver­brauchs empfehlen viele Experten heute LED–Technik. Diese zeichnet sich durch lange Lebensdauer und beeindruckende Lichtstärke aus. Auch bei LED-Leuchten gibt es verschiedene Lichtfarben. Zum Teil lassen sich die Lichtfarben regulieren und verschiedene Beleuch­tungs­stärken einstellen, sodass das Licht individuell auf den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann.

Lichtfarben können Kontraste verstärken und damit die Sehleistung von Betroffenen unterstützen. Welche Beleuch­tungs­stärke und welche Lichtfarbe die beste Sehleistung erbringt, muss jedoch individuell ausprobiert werden. Geeignete Leuchten finden Sie in Fachgeschäften oder bei Augenoptikern, die sich auf die Anpassung vergrößernder Sehhilfen spezialisiert haben.

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Checkliste für eine gute Beleuchtung:

  • Ist meine Beleuchtung ausreichend hell?
  • Verteilt sich das Licht bestmöglich oder gibt es zu helle und zu dunkle Ecken?
  • Werde ich durch das Licht geblendet?
  • Werfe ich oder Gegenstände Schatten, die mich einschränken?
  • Gibt es Spiegelungen des Lichts und wie kann ich sie vermeiden?
  • Erscheint mir die Lichtfarbe angenehm und sehe ich dadurch mehr Kontraste?

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Online-Vortrag nachhören: Hauptsache hell?!

In diesem Beitrag erläutert Kirsten Hüser-Nuß wie wichtig eine gute Beleuchtung für AMD-Betroffene ist und was eine gute Beleuchtung überhaupt ausmacht. Kirsten Hüser-Nuß ist Reha­bi­li­ta­ti­ons­leh­re­rin für sehbehinderte und blinde Menschen, Low-Vision-Trainerin und Lichtberaterin für Sehbehinderte.

Hier finden Sie die Hörversion eines Artikels des AMD-Netz aus dem Magazin Augenlicht Augsabe 1/2016 zum Thema Beleuchtung: Licht und Beleuchtung

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