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"AMD und Grauer Star - was muss ich beachten?" - 
Interview mit Augenarzt Dr. Jörg M. Koch

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Blinden­führ­hund

Blinden­führ­hunde sind speziell ausgebildete Assistenzhunde, die zur Verbesserung der Mobilität blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen eingesetzt werden. Sie ermöglichen ein hohes Maß an individueller Bewe­gungs­frei­heit, Sicherheit und Unabhängigkeit. Zudem können sich blinde und sehbehinderte Menschen mit Blinden­führ­hunden in vertrauter und in fremder Umgebung gefahrlos orientieren.

Vor der Beantragung eines Blinden­führ­hundes ist eine ausführliche Beratung durch einen Rehalehrer oder einen Berater einer Fachgruppe der Führhundhalter der Blinden- und Seh­behinderten­verbände sinnvoll.

ein gezeichneter brauner Bllindenführhund im FührgeschirrEin Blinden­führ­hund gilt nach § 33 SGB V als Hilfsmittel. Seine Mitnahme ist daher grundsätzlich in Restaurants, Arztpraxen und öffentliche Einrichtungen gestattet. Er ist an seinem weißen Führgeschirr zu erkennen, das als Ver­kehrs­schutz­zei­chen dient und alle Ver­kehrs­teil­neh­mer zu besonderer Rücksicht verpflichtet.

Inhalt:

Zusammenarbeit im Führgespann

Der Blinden­führ­hund und sein Halter werden zusammen als „Führgespann“ bezeichnet. Die wichtigste Voraussetzung für ein gut funk­tio­nie­ren­des Führgespann und eine harmonische Zusammenarbeit ist die soziale Bindung zwischen Mensch und Hund. Gelingt der Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis nicht, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Führhund häufig unsicher. Der Bindungsaufbau ist besonders im ersten Jahr der Zusammenarbeit wichtig. Dennoch ist es nötig, auch nach dem ersten Jahr engen Kontakt zu dem Tier zu halten, um die soziale Bindung auf­recht­zu­er­hal­ten und auszubauen.

Um die Arbeit des Blinden­führ­hundes nicht zu behindern, ist es notwendig, dass der Halter korrekte Anweisungen geben kann und die Kontrolle behält. Zudem ist es erforderlich, dass der Mensch den Aus­weich­ma­nö­vern seines Hundes folgen kann.

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Fähigkeiten des Blinden­führ­hundes

Zunächst ist ein Blinden­führ­hund in der Lage, auf Anweisung Türen, Treppen, Fuß­gän­ger­über­wege, Briefkästen oder freie Plätze im Bus oder in der Bahn zu suchen. Er zeigt das Gefundene an, indem er davor stehen bleibt. Zudem führen Blinden­führ­hunde blinde und sehbehinderte Menschen sicher durch Orte, indem sie Hindernissen am Boden wie Schlaglöcher oder Pfützen, sowie Stra­ßen­schil­dern oder anderen Fußgängern ausweichen. Ein Blinden­führ­hund ist in der Lage, Hindernisse anzuzeigen und zu umgehen, die für ihn selbst keine Hindernisse sind.

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Voraussetzung für die Haltung

Auch ein Blinden­führ­hund ist außerhalb seiner Führtätigkeit ein ganz normaler Hund mit all seinen Ver­hal­tens­mus­tern und Bedürfnissen. Er ist ein soziales Wesen und muss in das soziale Umfeld integriert werden. Wie jeder „normale“ Hund benötigt er Pflege und Zuwendung. Darüber hinaus ist eine artgerechte Haltung zu erfüllen. Dazu gehört auch der tägliche Auslauf inklusive Freilauf ohne Führgeschirr und Leine von 45 bis 60 Minuten, damit das Tier sich ausgiebig bewegen und seinen Bedürfnissen nachgehen kann.

Nur wer bereit ist, die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen und eine artgerechte Haltung gewährleisten kann, ist berechtigt, zu Lasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­run­gen einen Führhund zu erhalten.

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Hunderassen

Eine Vielzahl von Hunderassen wird zum Blinden­führ­hund ausgebildet. Zu den am häufigsten ausgebildeten Rassen gehören:

  1. Labrador Retriever
  2. Golden Retriever
  3. Schäferhunde

Hunde weisen ras­sen­spe­zi­fi­sche Eigenschaften auf. So verhält sich beispielsweise der Labrador Retriever sowohl seiner Umwelt als auch Menschen gegenüber freundlich, aufgeschlossen und neugierig. Über die Wesenszüge und Verhaltensweise der unter­schied­lichen Hunderassen sollte man sich vorher informieren.

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Beantragung und Kosten­über­nahme

Da der Blinden­führ­hund in Deutschland im Sinne des Kran­ken­ver­si­che­rungs­rechts § 33 SGB V als Hilfsmittel gilt, werden die sehr hohen Kosten bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen von den Krankenkassen übernommen. Voraussetzung für die Beantragung eines Blinden­führ­hundes ist das Merkzeichen „Bl“ im Schwer­behinderten­ausweis und eine Verordnung vom Augenarzt.

Vor der Beantragung eines Blinden­führ­hundes ist eine ausführliche Beratung sinnvoll. Beratungs­stellen können entsprechende Ansprechpartner nennen. Kontakte und Ansprechpartner finden Sie in unserem Adressen­verzeichnis.

Blinden­führ­hunde in Einrichtungen des Gesund­heits­we­sens

Herausgegeben durch das Kom­pe­tenz­zen­trum Selbstbestimmt Leben Für Menschen mit Sin­nes­be­hin­de­rung, Stand 03.04.2018

Einem Blinden­führ­hund muss der Zutritt in eine Einrichtung des Gesund­heits­we­sens, insbesondere in eine Arztpraxis, gewährt werden. Blinden­führ­hunde sind speziell geschulte Hunde. Sie ermöglichen blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen eine eigenständige und gefahrenlose Orientierung. Blinden­führ­hunde sind nach § 33 SGB V gesetzlich anerkannte medizinische Hilfsmittel. Sie sind anzusehen wie Rollstühle oder Hörgeräte. Blinde Menschen sind auf Ihre Blinden­führ­hunde angewiesen, daher darf ihre Mitnahme in die Einrichtungen des Gesund­heits­we­sens nicht verweigert werden! Es steht fest, dass gegen die Mitnahme keine hygienischen Bedenken vorliegen.

Im Umgang mit Blinden­führ­hunden haben blinde und sehbehinderte Patienten und das medizinische Personal Regeln zu beachten:

  • Führ­hund­hal­te­rIn­nen sollen bereits bei der Ter­min­ver­ein­ba­rung mitteilen, dass sie ihren Blinden­führ­hund mitbringen. So kann im Vorfeld Rücksicht auf Allergiker und ängstliche Menschen genommen werden.
  • Bei wit­te­rungs­be­ding­ter Verunreinigung muss der Hund vor dem Betreten des Gebäudes abgetrocknet werden.
  • Der Führhund arbeitet, daher darf ihn das medizinische Personal nicht streicheln oder mit ihm spielen.
  • Die Mitnahme auf eine Intensiv- oder Isolierstation darf nicht erfolgen.
  • Nach einer Berührung des Hundes, sind die Hände zu waschen und zu desinfizieren.

Hier finden Sie die Hörversion eines Artikels des AMD-Netz aus dem Magazin Augenlicht Ausgabe 2/2018 zum Thema Blinden­führ­hund: Blinden­führ­hunde

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