Medikamente für die Behandlung der feuchten AMD

Inhalt

Vergleich der Medikamente

Neben Lucentis® (Wirkstoff Ranibizumab) (z. B. bei Lucentis® durchschnittlich 5-8 pro Jahr). und Avastin® (Wirkstoff Bevacizumab) steht seit Ende 2012 Eylea® (Wirkstoff Aflibercept) als für die intravitreale Injektion bei feuchter Makuladegeneration zugelassenes Medikament zur Verfügung. Die Wirksamkeit von Avastin® unterscheidet sich nicht von Lucentis® (CATT- und IVAN-Studie). Allerdings handelt es sich bei Avastin® um einen sogenannten off-label-use, d. h. Avastin ist zwar ein für andere Erkrankungen zugelassenes Medikament, für die feuchte Makuladegeneration hat Avastin® jedoch keine offizielle Zulassung (obwohl es sich für diesen Einsatz bewährt hat).

In Hinblick auf Effektivität und Sicherheit besteht nach Studienlage kein Unterschied zwischen den beiden für die IVOM Therapie zugelassenen Präparate. Die VIEW I- und II-Studien zeigten, dass Eylea® in Hinblick auf den Erhalt der Sehschärfe dem Präparat Lucentis® nicht unterlegen war. Die Behandlung mit Eylea® beginnt mit drei Injektionen im monatlichen Abstand, gefolgt von einer Injektion alle zwei Monate. Bisherige Studienergebnisse basieren auf einem vom Hersteller empfohlenen Behandlungsintervall (z. B. bei Lucentis® alle vier Wochen) und sprechen dafür, dass Eylea® nach den ersten drei Spritzen seltener injiziert werden muss als Vergleichspräparate in den Studien. Einschränkend muss angemerkt werden, dass Lucentis® im klinischen Alltag meist bedarfsabhängig gespritzt wird, z. B. wenn nach den ersten drei Spritzen wieder ein Ödem im OCT zu sehen ist. Künftige Studien werden zeigen, ob Eylea®, wenn es mit der bedarfsabhängigen Verwendung von Lucentis® verglichen wird, tatsächlich seltener gegeben werden muss. Die Injektionshäufigkeit (und damit auch das Risiko einer Infektion im Rahmen der Operation) hängt bei beiden Produkten davon ab, ob nach einem starren Therapieschema oder abhängig von individuellen Faktoren (sogenannten pro-re-nata-Schema) behandelt wird.

Lucentis® (Ranibizumab), Eylea® (Alfibercept) und Avastin® (Bevacizumab) können bei allen Formen der feuchten Makuladegeneration eingesetzt werden. Grundsätzlich sind die Erfolgsaussichten für alle Medikamente am besten, wenn sie frühzeitig nach Beginn der feuchten Makuladegeneration angewandt werden. Das Infektionsrisiko ist generell umso niedriger, je seltener Spritzen gegeben werden müssen. Eine Behandlung in fortgeschrittenen Narbenstadien ist mit diesen Medikamenten nicht sinnvoll. Für den Abbruch der Therapie haben die augenärztlichen Fachgesellschaften Empfehlungen erarbeitet (www.augeninfo.de und www.dog.org).

Ranibizumab (Lucentis®)

Lucentis® blockiert alle in der Netzhaut vorkommenden Formen des Wachstumsfaktors VEGF. Lucentis® wird zunächst dreimal in monatlichen Intervallen injiziert. Anschließende Wiederbehandlungen hängen vom individuellen Verlauf ab, wobei regelmäßige augenärztliche Kontrollen unabdingbar sind. Eine Wirksamkeit wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Es kommt in einem sehr hohen Prozentsatz zu einer Stabilisierung des Sehvermögens und in rund 40 Prozent der Fälle zu einer Verbesserung. Lucentis® ist seit Mitte 2007 in Deutschland für die Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration zugelassen.

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Aflibercept (Eylea®)

Eylea® enthält den Wirkstoff Aflibercept, ein Eiweißstoff, der als Gegenspieler zum „vascular endothelial growth factor-A“ (VEGF-A) wirkt: VEGF fördert das Wachstum von Blutgefäßen. Außerdem bindet Aflibercept den Plazenta-Wachstumsfaktor (PIGF), welcher bei Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhaut mit VEGF zusammen arbeitet. Eylea® wird als Spritze in den Glaskörper des Auges verabreicht. Die Empfehlung des Herstellers lautet, Eylea® zu Beginn drei mal im Abstand von vier Wochen, danach im ersten Jahr alle zwei Monate zu verwenden. Das Injektionsintervall kann nach Abschluss des ersten Jahres abhängig von Netzhautuntersuchung, Fluoreszenzangiographie, OCT und Sehtestergebnis weiter verlängert werden.

Lucentis® und Eylea® sind in ihrer Effektivität bezüglich des Visus im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren basierend auf den vorliegenden Studienergebnissen als gleichwertig anzusehen. Eylea® zeigte sich bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit gegenüber Lucentis® nicht unterlegen. Der mögliche Vorteil einer selteneren Behandlungsfrequenz (z. B. seltenere Nebenwirkungen wie Infektionen) bei Eylea® kann aus bisherigen Studien nicht abgeleitet werden, da Lucentis® in diesen Studien häufiger verabreicht wurde als dies entsprechend der Empfehlung der Fachgesellschaften im klinischen Alltag erfolgt.

Laut einer US-Studie kann bei Patienten, bei denen trotz der Behandlung mit Lucentis® (Ranibizumab) weiterhin Flüssigkeit unter der Netzhaut verbleibt, eine vWeiterbehandlung mit Eylea® (Aflibercept) helfen. In der Studie wurden 33 Personen nach der Behandlung mit Lucentis® je drei Eylea®-Injektionen verabreicht. Sechs Monate nach der Behandlung zeigten sowohl Visus als auch (mit OCT gemessene) anatomische Parameter eine statistisch signifikante Verbesserung.

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Bevacizumab (Avastin®)

Avastin® ist ein dem Ranibizumab (Lucentis®) sehr ähnliches Präparat, das als VEGF-Hemmer nicht für das Auge, sondern zur Behandlung von Darmtumoren entwickelt und zugelassen wurde. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit in den Jahren 2006 und 2007 von Macugen® und Lucentis® wurde Avastin® auch für die Behandlung der feuchten Makuladegeneration eingesetzt. Da Avastin® für die Anwendung am Auge nicht zugelassen ist, erfolgt diese Behandlung als Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation (sog. „off label-use“). Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu den anderen Medikamenten keine Zulassungsstudien zur Behandlung am Auge vorliegen. Weltweit sind aber schon viele tausend Patienten mit Avastin® behandelt worden. Die CATT-Studie zeigte, dass Avastin® zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration gleichermaßen geeignet ist wie Lucentis®.

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veröffentlicht am Montag, 30.04.2018 von Andrea Wauligmann

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