Makula-App

Die neue Makula-App des AMD-Netz steht ab sofort kostenlos zum Download im App Store und im Google Play Store zur Verfügung.

Teaserbild Leben mit AMD - Ausführliche Bildbeschreibung verfügbar unter: https://www.amd-netz.de/bildbeschreibung.php?b=206

Die Entwicklung einer AMD

Die AMD ist eine komplexe Erkrankung der Makula, dem Punkt des schärfsten Sehens im hinteren Augenbereich. Zuständig für das scharfe Sehen ist die Netzhautmitte (Makula) mit dem Punkt des schärfsten Sehens (Fovea centralis). Die Makula wird auch gelber Fleck genannt. Sie ist ein kleines, hoch­s­pe­zi­a­li­sier­tes Areal der Netzhaut (Retina) des Auges und hat einen Durchmesser von wenigen Millimetern. Dieser Teil der Netzhaut ist für wesentliche Sehleistungen ver­ant­wort­lich, wie

  • Lesen
  • Erkennen von Gesichtern und feinen Einzelheiten sowie
  • Unter­schei­dung von Farben

Die gesamte übrige Netzhaut nimmt vor allem Umrisse, Bewegungen und Hell-Dunkel-Kontraste wahr.
Wie die übrige Netzhaut auch funktioniert die Makula wie ein Film in einer Kamera: Licht­emp­find­li­che Nervenzellen (Pho­to­re­zep­to­ren) zeichnen jeden Lichtstrahl auf, der durch das Auge tritt, und wandeln ihn in einen elektrischen Impuls um, der über den Sehnerv an das Gehirn übertragen wird.

Von Ablagerungen zu einer Makula­degeneration

In der Makula findet ein Stoffwechsel statt. Dabei entstehen Abbauprodukte, die von der dar­un­ter­lie­gen­den Gewebeschicht entsorgt werden. Diese Gewebeschicht wird Pig­men­te­pi­thel genannt. Mit zunehmendem Alter kann es dabei zu Störungen kommen. Unter Umständen werden die Abbauprodukte unter der Netzhaut abgelagert. Dadurch entstehen sogenannte „Drusen“, kleine gelbliche Ablagerungen. Diese Drusen können dann Reaktionen auslösen, welche die Netzhautmitte schädigen.
Bei vielen Menschen finden sich Drusen auf der Netzhaut als normale Alters­ver­än­de­rung. Erst bei vermehrtem Auftreten oder einer deutlichen Zunahme der Größe von Drusen wird dies einer frühen AMD zugeordnet. Sind viele Drusen vorhanden, steigt das Risiko, dass die AMD vor­an­schrei­tet und dass sich aus einer frühen eine mittlere und dann gege­be­nen­falls eine späte AMD entwickelt.

Verlauf und Formen der AMD

Die alters­abhängige Makula­degeneration (AMD) verläuft nicht bei allen Betroffenen gleich, da die Erkrankung in unter­schied­lichen Formen auftreten kann. Sie schreitet von einer frühen zu einer mittleren und dann einer fort­ge­schrittenen AMD voran. Die fort­ge­schrittene AMD wird wiederum in eine trockene und eine feuchte Form unterteilt. Die trockene Form wird auch „geografische Atrophie“ genannt, aus ihr kann sich die feuchte Form entwickeln, die man auch als "exsudative" oder „neovaskuläre" AMD bezeichnet.
Wenn eine frühe Form der Makula­degeneration dia­gnos­ti­ziert wird, ist die Wahr­schein­lich­keit groß, dass sich in den nächsten Jahren die Erkrankung von der frühen AMD über eine mittlere (intermediäre) AMD in eine Spätform entwickelt. Im Durchschnitt dauert dieser Vorgang etwa zehn Jahre, kann aber individuell stark abweichen.

Kategorien der AMD

2013 wurde folgender Konsens für die Einteilung formuliert:

keine AMD

Bei Fehlen von sichtbaren Drusen oder Pig­men­t­ab­nor­ma­li­tä­ten liegt keine alters­abhängige Makula­degeneration (AMD) vor.

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normale Alters­ver­änderungen

Bei kleinen Drusen (Durchmesser von < 63 μm, sogenannten „drupelets“) liegt eine normale Alters­ver­än­de­rung vor.

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frühe AMD

Ver­än­de­run­gen mit Drusen mittlerer Ausprägung (Durchmesser von ≥ 63 µm bis < 125 μm) aber ohne Pig­ment­ver­än­de­run­gen werden als frühe AMD eingestuft.

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intermediäre AMD

Große Drusen oder Pig­ment­ver­än­de­run­gen zusammen mit mindestens mittelgroßen Drusen werden als intermediäre AMD bewertet. Die Symptome bei Patienten mit frühen und mittleren Stadien sind meist nur gering ausgeprägt. Die Sehfähigkeit ist noch gut. Bei der Mehrzahl der AMD-Betroffenen liegen bis zum 70. Lebensjahr Frühstadien vor, d. h. eine frühe oder mittlere AMD.

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fort­ge­schrittene AMD

Unter bestimmten Vor­aus­set­zun­gen erfolgt im Verlauf der Erkrankung ein Übergang in ein fort­ge­schrittenes Stadium. Eine fort­ge­schrittene AMD kann als trockene (geografische Atrophie, GA) oder feuchte Form (neovaskuläre AMD, nAMD, exsudative AMD) auftreten, in manchen Fällen auch als Kombination.
In fort­ge­schrittenen Stadien kommt es oft zu einem erheblichen Verlust an Sehschärfe und zu einer Verkleinerung des zentralen Gesichts­fel­des.

 

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Gelegentlich wird auch auf eine Klas­si­fi­zie­rung im Rahmen der sogenannten ARED-2-Studie zurück­ge­grif­fen, die vergleichbare Kriterien heranzieht. Download: Kategorien der AMD - Einteilung lt. ARED-Studie

Trockene Form

Bei der fort­ge­schrittenen trockenen AMD, der sogenannten geografischen Atrophie (GA), handelt es sich um eine vor­an­schrei­tende Erkrankung, die mit einer allmählichen Sehminderung einhergeht. Meist kommt es zu einem Absterben von Zellen in solchen Bereichen, in denen sich besonders viele Drusen befanden. Diese Drusen entfalten zell­schä­di­gende Wirkungen. Da die Sehzellen der Makula am stoff­wech­se­lak­tivs­ten sind, startet der Zelluntergang meist hier. Dabei beginnt dieser Prozess in der Regel im Randbereich der Stelle des schärfsten Sehens (Makula), sodass das eigentliche Sehzentrum (Fovea) noch ausgespart bleibt. Aus diesem Grund kann die zentrale Sehleistung trotz einer fort­ge­schrittenen trockenen AMD lange erhalten bleiben. Im Verlauf kommt es dann zu einer erheblichen Seh­ver­schlecht­erung bis hin zur gesetzlich definierten Erblindung, d. h. dem Verlust des zentralen Sehens.

Im Gegensatz zur feuchten Makula­degeneration schreitet die trockene Form jedoch wesentlich langsamer voran. Erste Anzeichen bemerken Patienten meist beim Lesen: Neben einer Unschärfe können sich mitten im Schriftbild verschwommene Flecken, graue Schatten oder Verzerrungen gerader Linien zeigen. Der mit dem Auge fixierte Bereich wird nur undeutlich erkannt.

Teaser Podcast

Podcast: #3 Fort­ge­schrittene trockene AMD - wie entsteht diese und was kann ich tun? 
Hören Sie auch gerne hierzu die Augenärztin Dr. Britta Heimes-Bussmann

Feuchte Form

Die feuchte (neovaskuläre/exsudative) AMD entsteht durch ein neues Blutgefäß oder ein Blut­ge­fä­ß­netz (Neo­vas­ku­la­ri­sa­tion), welches von der Gefäßhaut (Choroidea) ausgeht. Sie wird daher auch choroidale Neo­vas­ku­la­ri­sa­tion bzw. kurz „CNV“ genannt. Bei der AMD wird die Netzhaut an den betroffenen Stellen in der Makula nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „oxidativen Stress“. Es werden Botenstoffe (z. B. der Vascular Endothelial Growth Factors, VEGF) gebildet, welche die Neubildung von Blutgefäßen in den geschädigten Bereichen anregen. Diese Gefäße sprießen in die Makula ein. Sie haben jedoch häufig nur sehr dünne Wände und sind „unreif“, d. h. sie sind porös und können einreißen, sodass es zu Schwellungen der Netzhaut (Ödem) oder zu Blutungen kommen kann.

Durch das Einspritzen von VEGF-Hemmstoffen in das erkrankte Auge werden diese neuen Gefäße stabiler und bilden sich größ­ten­teils sogar zurück. Heute kann die Erkrankung durch regelmäßige Injektionen von VEGF-Hemmern über eine lange Zeit aufgehalten und die Sehfähigkeit erhalten werden.

Weitere Informationen zur IVOM-Therapie finden Sie hier.