Verlauf und Formen der AMD

Grafische Darstellung des Verlaufs einer AMD von Alterserscheinungen zu Spätformen.Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) verläuft nicht bei allen Betroffenen gleich, da die Erkrankung in unterschiedlichen Formen auftreten kann. Sie schreitet von einer frühen zu einer mittleren und dann einer fortgeschrittenen AMD voran. Die fortgeschrittene AMD wird wiederum in eine trockene und eine feuchte Form unterteilt. Die trockene Form wird auch „geographische Atrophie“ genannt, aus ihr kann sich auch die feuchte Form entwickeln, die man auch als "exsudative" oder „neovaskuläre" AMD bezeichnet.

Wenn eine frühe Form der Makuladegeneration diagnostiziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich in den nächsten Jahren die Erkrankung von der frühen AMD über eine mittlere (intermediäre) AMD in eine Spätform entwickelt. Im Durchschnitt dauert dieser Vorgang etwa 10 Jahre, kann aber individuell stark abweichen.1

Drusen

sind kleine gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut. Bei vielen Menschen finden sich Drusen als normale Altersveränderung. Erst bei vermehrtem Auftreten oder einer deutlichen Zunahme der Größe von Drusen wird dies der frühen AMD zugeordnet. Sind viele Drusen vorhanden steigt das Risiko, dass die AMD voranschreitet und sich aus einer frühen AMD eine mittlere und dann gegebenenfalls eine späte AMD entwickelt. 

Kategorien der AMD2

2013 wurde folgender Konsenz für die Einteilung formuliert:

keine AMD

normale Altersveränderungen

frühe AMD

intermediäre AMD

fortgeschrittene AMD

Gelegentlich wird auch auf eine Klassifizierung im Rahmen der sogenannten ARED-2-Studie zurückgegriffen, die vergleichbare Kriterien heranzieht.5 Download: Kategorien der AMD - Einteilung lt. ARED-Studie

Trockene Form

Bei der fortgeschrittenen trockenen AMD, der sogenannten geographischen Atrophie (GA), handelt es sich um eine voranschreitende Erkrankung, die mit einer allmählichen Sehminderung einhergeht. Meist kommt es zu einem Absterben von Zellen in solchen Bereichen, in denen sich besonders viele Drusen befanden. Diese Drusen entfalten zellschädigende Wirkungen. Da die Sehzellen der Makula am stoffwechselaktivsten sind, startet der Zelluntergang meist hier. Dabei beginnt dieser Prozess in der Regel im Randbereich der Stelle des schärfsten Sehens (Makula), sodass das eigentliche Sehzentrum (Fovea) noch ausgespart bleibt. Aus diesem Grund kann die zentrale Sehleistung trotz einer fortgeschrittenen trockenen AMD lange erhalten bleiben. Im Verlauf kommt es dann zu einer erheblichen Sehverschlechterung bis hin zur gesetzlich definierten Erblindung, d. h. dem Verlust des zentralen Sehens.

Im Gegensatz zur feuchten Makuladegeneration schreitet die trockene Form jedoch wesentlich langsamer voran. Erste Anzeichen bemerken Patienten meist beim Lesen: Neben einer Unschärfe können sich mitten im Schriftbild verschwommene Flecken, graue Schatten oder Verzerrungen gerader Linien zeigen. Der mit dem Auge fixierte Bereich wird nur undeutlich erkannt.

Feuchte Form

Die feuchte („neovaskuläre“/„exsudative“) AMD entsteht durch ein neues Blutgefäß oder ein Blutgefäßnetz (Neovaskularisation), welches von der Gefäßhaut (Choroidea) ausgeht. Sie wird daher auch choroidale Neovaskularisation bzw. kurz „CNV“ genannt. Bei der AMD wird die Netzhaut an den betroffenen Stellen in der Makula nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „oxidativen Stress“. Es werden Botenstoffe (z. B. der Vascular Endothelial Growth Factors, VEGF) gebildet, welche die Neubildung von Blutgefäßen in den geschädigten Bereichen anregen. Diese Gefäße sprießen in die Makula ein. Sie haben jedoch häufig nur sehr dünne Wände und sind „unreif“, d. h. sie sind porös und können einreißen, so dass es zu Schwellungen der Netzhaut (Ödem) oder zu Blutungen kommen kann.

Durch das Einspritzen von VEGF-Hemmstoffen in das erkrankte Auge werden diese neuen Gefäße stabiler und bilden sich größtenteils sogar zurück. Heute kann die Erkrankung durch regelmäßige Injektionen von VEGF-Hemmern über eine lange Zeit aufgehalten und die Sehfähigkeit erhalten werden.

Literatur

weiterführende Inhalte

Untersuchungen beim Augenarzt

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Zur Diagnose einer AMD stehen Augenärzten eine Reihe von Untersuchungen zur Verfügung, die nach individuellem Bedarf eingesetzt werden.

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Über die Erkrankung AMD

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