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In­tra­vi­tre­ale In­jek­tion von VEGF-Hem­mern (IVOM-The­ra­pie)

Hinsichtlich der Ursache der Gefäßneubildung unter der Netzhaut hat sich der Botenstoff VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) als wesentlich herausgestellt. Dieser Wachstumsfaktor nimmt im gesamten Körper wesentliche Funktionen bei der Gefäßneubildung und -regeneration wahr. Eine überschießende Bildung von VEGF kann zu einem krankhaften Gefäßwachstum unter der Netzhaut führen. Daher wurden Hemmstoffe gegen diesen Wachstumsfaktor entwickelt. Diese führen durch eine Abdichtung erkrankter Blutgefäße zu einer Rückbildung der Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut und auch zu einer Rückbildung krankhaft neu gebildeter Gefäße. 

Zeichnung eines Auges im Querschnitt mit Beschriftung und eine Spritze, deren Kanüle in den Glaskörper zeigt.

Um Nebenwirkungen im Körper zu vermeiden, werden die Medikamente mit einer feinen Nadel direkt in das Augeninnere (in den Glaskörper) injiziert. Diesen Vorgang bezeichnet man als intravitreale Injektion, die unter örtlicher Betäubung mit anästhesierenden Augentropfen schmerzfrei durchgeführt werden kann. Sie muss zur Vermeidung von Infektionen unter sterilen Bedingungen wie bei einer Augenoperation – sprich im Operationssaal – erfolgen. Die Medikamente wirken nur für eine bestimmte Zeit, sodass in der Regel wiederholte Injektionen erforderlich sind.

Zur Behandlung der feuchten AMD sind folgende Wirkstoffe (Medikamente), die alle zur Gruppe der Anti-VEGF-Präparate gehören, im Einsatz:

  • Ranibizumab (Handelsname Lucentis®)
  • Aflibercept (Handelsname Eylea®)
  • Bevacizumab (Handelsname Avastin®)

Die Wirksamkeit dieser Therapieform wurde umfassend untersucht. Hier sind insbesondere die groß angelegten klinischen Studien ANCHOR, MARINA sowie die VIEW-Studien zu nennen. Demnach hat die Einführung der Anti-VEGF-Hemmer in die Therapie der feuchten AMD zu einer Verbesserung des Sehvermögens und damit auch zu einer besseren Lebensqualität der Betroffenen geführt.1

Gebrauchsinformationen zu Lucentis®, Eylea® und Avastin® finden Sie, wenn Sie den Links folgen.

Ergebnisse aus Studien zur IVOM-Therapie

Behandlungsschemata

Von den Fachverbänden der Augenärzte werden zwei individualisierte Behandlungsschemata empfohlen:

Behandlung nach dem PRN-Schema

Behandlung nach dem Treat&Extend-Schema

Die intravitreale Injektionsbehandlung wird praktisch immer ambulant durchgeführt. Häufige und langfristige Kontrollen sind sehr wichtig. Es werden regelmäßig Augenuntersuchungen und Sehtests durchgeführt. Bei zwischenzeitlichen Änderungen des Sehvermögens sollten sich die betroffenen Patienten sofort zur Kontrolle bei ihrem Augenarzt melden.3

Die Anti-VEGF-Therapie bei neovaskulärer (feuchter) Makuladegeneration ist unerlässlich. Da es sich in den meisten Fällen um einen chronischen Verlauf handelt, sind engmaschige Kontrolluntersuchungen/Injektionen über viele Jahre erforderlich, denn die Erkrankung kann rasch wieder aktiv werden. Den Augenärzten ist dabei bewusst, dass die zahlreichen Arzttermine häufig eine Belastung für die Patienten und deren Angehörige darstellen. Wenn Betroffene die Kontroll-/Injektionstermine jedoch zuverlässig einhalten, lässt sich der Erkrankungsverlauf deutlich positiv beeinflussen. Die Mühen zahlen sich somit in jedem Fall aus!

Risiken einer intravitrealen Injektion

Die intravitreale Injektion von Anti-VEGF ist insgesamt sehr risikoarm. Nach einer IVOM-Therapie tritt bei sehr wenigen Patienten (52 von 105.563 Injektionen, entsprechend 0,049 Prozent) eine Endophthalmitis auf, d. h. eine entzündliche Reaktion durch eine Infektion im Auge.11  Eine solche Komplikation kann mit einer dauerhaften Sehverschlechterung einhergehen. Hierbei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass eine unbehandelte feuchte AMD immer zu einer wesentlichen Sehverschlechterung führt. Nach erfolgter Risiko-Nutzen-Abwägung überwiegt somit ganz deutlich der Nutzen einer intravitrealen Injektion von Anti-VEGF. Etwas häufiger, aber auch selten, kann es zu einer Netzhautablösung kommen, welche unter Umständen ebenfalls mit einer Sehverschlechterung einhergeht.

Neben diesen seltenen schweren Komplikationen existieren eine Reihe meist milder Risiken/Nebenwirkungen wie beispielsweise Bindehautentzündung, Bindehautblutung bzw. Bindehautrötung, Hornhautentzündung, Zunahme von Glaskörpertrübungen, Glaskörperblutung, Verschwommensehen, Augenschmerz (Fremdkörpergefühl), Augeninnendruckerhöhung, vermehrter Tränenfluss, trockenes Auge oder Schwellung der Lider. Diese treten meist nur vorübergehend in Erscheinung.

Der Augenarzt sollte rasch informiert werden, wenn eine der genannten Nebenwirkungen auftritt.

Literatur

Weiterführende Inhalte

Sonstige Therapieansätze

Sonstige Therapieansätze bei Makuladegeneration

Es existieren eine Reihe weiterer Therapieansätze, die je nach Krankheitsbild sinnvoll sein können. Einige dieser Therapieansätze gelten auch als veraltet oder sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

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Beispiel: telefonische Beratung durch Beraterin

Ansprechpartner und Beratung bei altersabhängiger Makuladegeneration

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