Weitere Therapien für die feuchte AMD

Die IVOM-Therapie mit Anti-VEGF-Hemmern ist nach heutigem Stand die wirksamste Therapie für die feuchte, exsudative Makuladegeneration. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Therapieansätze, die entweder nur für bestimmte Patienten in Frage kommen, veraltet sind oder deren Wirksamkeit wissenschaftlich widerlegt bzw. nicht belegt ist.

Inhalt

Photodynamische Therapie (PDT)

Sind bei der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration die Gefäße subfoveal, d. h. unter das Zentrum der Makula eingewachsen, ist unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen die PDT mit dem Medikament Verteporfin in Kombination mit einem nicht-thermischen, sprich energiearmen Laser einsetzbar. Diese Therapie ist nicht für alle Patienten mit der feuchten Form der Makuladegeneration geeignet, vor allem nicht bei großer Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut mit Pigmentepithelabhebung oder in einem späten Narbenstadium. Voraussetzung für die Entscheidung über die Möglichkeit einer PDT ist die augenärztliche Untersuchung mit einer Fluoreszenzangiographie. Mit der PDT kann der Verlust des Sehvermögens allenfalls verlangsamt werden. Es hat sich gezeigt, dass die VEGF-Hemmung besser wirksam ist.

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Thermische Lasertherapie

Typisch für die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration ist, dass im Bereich der Makula neue krankhafte Blutgefäße aus der Aderhaut unter die Netzhaut einwachsen. Diese Gefäße schädigen durch Flüssigkeitsaustritt die lichtempfindlichen Sinneszellen. Eine Gefäßneubildung kann innerhalb der Makula unter der Stelle des schärfsten Sehens (= subfoveal) oder außerhalb der Stelle des schärfsten Sehens (= extrafoveal) auftreten. Mit der thermischen Lasertherapie wird diese Gefäßneubildung verödet, allerdings werden auch die darüber liegenden Sehzellen zerstört und es entsteht eine Narbe. Diese Behandlung wird heute allenfalls noch bei Gefäßneubildungen außerhalb der Stelle des schärfsten Sehens, sprich außerhalb der Fovea, eingesetzt. Eine mit Lasertherapie erfolgte Verödung von Gefäßen ist in etwa 50 Prozent der Fälle erfolgreich. Ein wesentliches Risiko ist ein erneutes Gefäßwachstum, meistens in Richtung der Fovea. Gerade wenn das Gefäßwachstum sehr nahe an die Stelle des schärfsten Sehens heranreicht, wird heute den schonenderen, medikamentösen Behandlungsverfahren der Vorzug gegeben.

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Sonstige Therapieansätze

Es gibt zusätzlich eine Reihe von neuen Behandlungsmöglichkeiten und -ansätzen,

  • die zum Teil nur für ausgewählte Krankheitsbilder in Frage kommen,
  • die sich im Stadium der klinischen Erprobung befinden,
  • deren Wirksamkeit noch nicht eindeutig belegt ist oder
  • deren Wirksamkeit widerlegt ist.

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Chirurgische Verfahren

Netzhautrotation und Transplantation von Pigmentepithelzellen sind nach Entwicklung der VEGF-Hemmer deutlich in den Hintergrund getreten. Allerdings machen große Einblutungen als Folge der feuchten Makuladegeneration chirurgische Eingriffe notwendig, da allein medikamentöse Verfahren hier nicht ausreichend greifen.

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Bestrahlung mit Strontium 90

Bei diesem wissenschaftlich bisher nicht anerkannten Verfahren werden die störenden Blutgefäße mit Strahlen zerstört. Während eines kurzen Eingriffs führt der Operateur eine Strahlenquelle mit dem Radioisotop Strontium 90 ins Auge, diese gibt Betastrahlen (Elektronen) ab.

Hier finden Sie sonstige Therapieformen für Drusen oder die trockene AMD.

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veröffentlicht am Freitag, 18.05.2018 von Andrea Wauligmann