Makula­degeneration: Mediterrane Diät senkt AMD-Risiko um 23%

Wissen­schaft­liche Publikationen aus dem Juli 2026 befassen sich detailliert mit der Wirksamkeit von the­ra­peu­ti­schen Ansätzen zur Behandlung der alters­be­ding­ten Makula­degeneration (AMD). Im Fokus stehen dabei insbesondere die Wirksamkeit spezieller Nahrungs­er­gänzungs­mittel nach dem AREDS2-Schema sowie der signifikante Einfluss diätetischer Gewohnheiten auf den Krank­heits­ver­lauf. Die Datenlage unterstreicht die Relevanz einer gezielten Nähr­stoff­zu­fuhr, um die Progression der Erkrankung in fort­ge­schrittenen Stadien zu verlangsamen.

Der Einfluss der mediterranen Ernährung auf die AMD-Progression

Ein im Jahr 2026 im American Journal of Ophthalmology ver­öf­fent­lich­ter Review liefert umfassende statistische Belege für den Zusammenhang zwischen einer hohen Adhärenz zur mediterranen Diät und einer verlangsamten AMD-Progression. Den Unter­su­chun­gen zufolge korreliert eine konsequente Umsetzung dieser Ernäh­rungs­form bei Patienten mit früher AMD mit einem um 21 % niedrigeren Risiko für die Bildung großer Drusen.

Bei Patienten, die sich bereits in einem mit­tel­schwe­ren Stadium der Erkrankung befinden, zeigt die Analyse ein um 23 % reduziertes Risiko für den Übergang in eine späte AMD-Form. Differenziert nach den Subtypen der Erkrankung ergibt sich bei hoher Adhärenz zur mediterranen Diät eine Risi­ko­re­duk­tion von 29 % für die geografische Atrophie sowie von 16 % für die neovaskuläre AMD.

Auch bei einer bereits dia­gnos­ti­zier­ten geografischen Atrophie lassen sich laut der Über­sichts­a­r­beit positive Effekte erzielen. Eine hohe Über­ein­stim­mung mit mediterranen Ernäh­rungs­mus­tern ist hier mit einer um 15 % langsameren Ver­grö­ße­rung der betroffenen Areale assoziiert. Ein hoher Obstkonsum trägt demnach mit einer um 22 % langsameren Ver­grö­ße­rung bei, während ein reduzierter Verzehr von rotem Fleisch die Pro­gres­si­ons­ge­schwin­dig­keit um 23 % senken kann.

Spezifische Nah­rungs­mit­tel und ihre statistische Relevanz

Die For­schungs­er­geb­nisse des Jahres 2026 dif­fe­ren­zie­ren zudem die Wirkung einzelner Lebens­mit­tel­grup­pen. Ein Fischkonsum im höchsten Quartil der untersuchten Gruppen ist mit einem um 31 % niedrigeren Risiko für die Entwicklung einer späten AMD verbunden. Die Aufnahme von Gemüse korreliert mit einer Risi­ko­re­duk­tion von 23 %. Im Gegensatz dazu führt ein hoher Konsum von rotem Fleisch zu einer Risi­ko­er­hö­hung für die Erkrankung um 20 %.

Die Rolle von AREDS2-Supplementen in der klinischen Anwendung

Neben der allgemeinen Ernährung spielen spezifische Supplemente eine zentrale Rolle in der Therapie. Aktuelle wis­sen­schaft­li­che Publikationen bestätigen erneut die Wirksamkeit der sogenannten AREDS2-Rezeptur. Diese setzt sich aus 500 mg Vitamin C, 400 IE Vitamin E, 10 mg Lutein, 2 mg Zeaxanthin, 80 mg Zink und 2 mg Kupfer zusammen.

Klinische Studien belegen, dass diese spezifische Kombination das Risiko der Progression von einer mit­tel­schwe­ren zu einer fort­ge­schrittenen AMD um etwa 25 % senken kann. Dr. Kevin Keppel wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass AREDS2 die Progression verlangsamen könne, bevor der Zustand der Patienten schwerwiegend werde.

Die Empfehlung für diese Sup­ple­men­tie­rung gilt explizit für Patienten, bei denen eine mittelschwere oder fort­ge­schrittene AMD in mindestens einem Auge dia­gnos­ti­ziert wurde. Für Patienten im Frühstadium der Erkrankung ist die Einnahme nach aktueller wis­sen­schaft­li­cher Einschätzung hingegen nicht geeignet.

Anwen­dungs­hin­weise und Risikoprofile der Sup­ple­men­tie­rung

Trotz der belegten Wirksamkeit erfordert der Einsatz von AREDS2-Präparaten eine genaue Abwägung der Pati­en­ten­his­to­rie. Raucher sollten das ursprüng­li­che AREDS-Präparat, welches Beta-Carotin enthält, aufgrund eines erhöhten Lun­gen­krebs­ri­si­kos meiden. Als Neben­wir­kun­gen der aktuellen AREDS2-Formel werden leichte Ver­dau­ungs­be­schwer­den angeführt.

Zudem ist zu beachten, dass die hohe Zinkdosis in den Präparaten einen Kupfermangel induzieren kann, weshalb Kupfer als Bestandteil der Rezeptur enthalten ist. Patienten, die Blut­ver­dün­ner einnehmen, müssen zudem berück­sich­ti­gen, dass die hohe Dosis an Vitamin E das Blu­tungs­ri­siko erhöhen kann. Grund­sätz­lich gilt nach aktuellem For­schungs­stand, dass eine mediterrane Diät die AREDS2-Sup­ple­men­tie­rung zwar sinnvoll ergänzt, diese jedoch im the­ra­peu­ti­schen Kontext nicht ersetzt.

Quelle: ad-hoc-news.de

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