Neue Entwicklung im Bereich der Oph­thal­mo­lo­gie

Heute möchten wir Sie über einen wichtigen Meilenstein in der Behandlung der neo­vas­ku­lä­ren alters­be­ding­ten Makula­degeneration, kurz nAMD, informieren: Die Europäische Kommission hat Susvimo® zur Anwendung mit dem Augen­im­plan­tat Contivue® für die Behandlung erwachsener Patient:innen mit nAMD zugelassen. Damit steht in der Europäischen Union, und somit auch in Deutschland, erstmals eine Behand­lungs­op­tion zur Verfügung, bei der ein VEGF-Hemmer über ein nach­füll­ba­res Implantat kon­ti­nu­ier­lich über mehrere Monate direkt in das Auge abgegeben wird. Nachfolgend teilen wir mit Ihnen die wichtigsten Informationen zur Zulassung, zur Anwendung und zu den zugrunde liegenden Studiendaten.

Susvimo mit Contivue ist für die Behandlung der nAMD zugelassen

Susvimo wird bei erwachsenen Patient:innen mit nAMD eingesetzt, deren Erkrankung zuvor durch eine intravitreale Behandlung mit einem VEGF-Hemmer stabilisiert werden konnte. Susvimo wurde speziell für die Anwendung mit Contivue entwickelt. Das Implantat wird einmalig im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs in das Auge eingesetzt und anschließend etwa alle sechs Monate mit Susvimo nachgefüllt. Der Wirkstoff wird aus dem Implantat kon­ti­nu­ier­lich direkt in das Auge abgegeben.Für Menschen mit nAMD bedeutet dies einen anderen Behand­lungs­an­satz als die wiederholte Gabe des Medikaments durch einzelne Augen­i­n­jek­ti­o­nen.

Was zeigen die klinischen Studien?

Die Zulassung basiert vor allem auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie ARCHWAY sowie auf den unter­stüt­zen­den Studien LADDER und PORTAL. In der ARCHWAY-Studie wurde die Behandlung mit Susvimo über Contivue mit monatlichen Ranibizumab-Injektionen verglichen.

Die Studien zeigten:

  • Das Sehvermögen konnte unter Susvimo mit einem Nachfüllen alle 24 Wochen vergleichbar kontrolliert werden wie unter monatlichen Ranibizumab-Injektionen.
  • Auch die zentrale Netzhautdicke blieb vergleichbar kontrolliert.
  • Langzeitdaten zeigen eine funktionelle und anatomische Stabilität über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren.
  • Rund 95 % der behandelten Patient:innen benötigten zwischen den regulären Nach­füll­ter­mi­nen keine zusätzliche IVOM-Behandlung.

Auch die Erfahrungen der Stu­dien­teil­neh­men­den wurden untersucht: Nach 40 Wochen gaben 93,2 % der Patient:innen an, das Implantat gegenüber ihrer vorherigen IVOM-Behandlung zu bevorzugen.

Warum kann dieser neue Behand­lungs­an­satz für Menschen mit nAMD von Bedeutung sein? 

Die nAMD ist eine chronische Erkrankung. Für viele Betroffene gehören regelmäßige Kontroll- und Behand­lungs­ter­mine deshalb über einen langen Zeitraum zum Alltag. Gerade häufige Augen­i­n­jek­ti­o­nen und Arztbesuche können für Patient:innen und ihre Angehörigen belastend sein. Manche Menschen sind für die Fahrt zur Praxis oder Klinik auf Unter­stüt­zung angewiesen, andere müssen die Behandlung mit Familie, Beruf oder anderen Erkrankungen vereinbaren. Mit Contivue und Susvimo wird der Wirkstoff kon­ti­nu­ier­lich über mehrere Monate abgegeben. Das Implantat wird regulär alle sechs Monate nachgefüllt. Dadurch kann sich die Zahl der Behandlungen gegenüber einer häufigeren IVOM-Therapie reduzieren. Für uns ist dabei wichtig: Welche Behandlung für einen einzelnen Menschen geeignet ist, hängt immer von der individuellen Erkrankungs- und Lebens­si­tua­tion ab. Patient:innen sollten gemeinsam mit ihrer behandelnden Augenärztin oder ihrem behandelnden Augenarzt besprechen, welche The­ra­pie­op­tion für sie infrage kommt.

Wie geht es weiter?

Mit der Entscheidung der Europäischen Kommission ist Susvimo zur Anwendung mit Contivue bei nAMD in der Europäischen Union zugelassen. Wir werden Sie weiterhin über wichtige Entwicklungen rund um Contivue und Susvimo sowie über weitere Fortschritte in der Oph­thal­mo­lo­gie informieren. Uns ist bewusst, dass neue The­ra­pie­op­tionen auch neue Fragen mit sich bringen können. Deshalb möchten wir auch zukünftig dazu beitragen, Informationen verständlich einzuordnen und Menschen mit Netz­haut­erkrankungen sowie ihre Angehörigen dabei zu unterstützen, gut vorbereitet mit ihrem Behand­lungs­team über ihre Therapie zu sprechen. Wir danken allen Patient:innen, Angehörigen, Patient:innen­or­ga­ni­sa­ti­o­nen und Ärzt:innen, die durch ihre Erfahrungen und ihre Zusam­me­n­a­r­beit dazu beitragen, die Versorgung von
Menschen mit Netz­haut­erkrankungen wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. 

Zusätzliche Informationen

Was ist die neovaskuläre alters­be­dingte Makula­degeneration?

Die neovaskuläre alters­be­dingte Makula­degeneration, kurz nAMD oder feuchte AMD, betrifft die Makula. Sie liegt in der Mitte der Netzhaut und ist wichtig für das scharfe Sehen, zum Beispiel beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern. Bei der nAMD entstehen krankhafte Blutgefäße im Bereich der Makula. Aus diesen Gefäßen kann Flüssigkeit austreten. Dadurch kann die Netzhaut geschädigt und das Sehvermögen beein­träch­tigt werden. Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist deshalb, die Erkrankung zu stabilisieren und das vorhandene Sehvermögen möglichst lange zu erhalten.

Was sind Contivue und Susvimo?

Contivue® ist ein kleines, dauerhaft im Auge verbleibendes und nach­füll­ba­res Implantat. Es ist etwa so groß wie ein Reiskorn und wird bei einem einmaligen chirurgischen Eingriff eingesetzt. Das Implantat enthält Susvimo®, eine speziell für dieses System entwickelte, hoch­kon­zen­trierte Form von Ranibizumab. Ranibizumab gehört zu den sogenannten VEGF-Hemmern. Der Wirkstoff wird über Contivue langsam und kon­ti­nu­ier­lich direkt in das Auge abgegeben. Das Implantat wird regulär alle sechs Monate im Rahmen eines ambulanten Eingriffs nachgefüllt.

Was bedeutet VEGF-Hemmung?

VEGF ist ein kör­per­ei­ge­ner Botenstoff, der unter anderem das Wachstum und die Durch­läs­sig­keit von Blutgefäßen beeinflusst. Bei der nAMD spielt VEGF eine wichtige Rolle bei der Entstehung krankhafter Blutgefäße und beim Austritt von Flüssigkeit in die Netzhaut. VEGF-Hemmer sollen diese Prozesse reduzieren.

Quelle: Roche Pharma AG

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